Zum Inhalt springen

Warenkorb

Dein Warenkorb ist leer

Artikel: Ganzflächig gestrickt, 3D-Breitech-Strickware zum Anziehen

Whole-garment, knit and wear of 3D-breitechniek

Ganzflächig gestrickt, 3D-Breitech-Strickware zum Anziehen

Der Unterschied zwischen nahtlosen Stricktechniken

Kurz zusammengefasst

  • Nahtloses Stricken bedeutet, dass ein Kleidungsstück in einem Stück aus der Maschine kommt, ohne lose Teile und ohne Seitennähte.
  • WHOLEGARMENT ist keine allgemeine Technik, sondern ein Markenname des japanischen Herstellers Shima Seiki, eingeführt 1995.
  • Der Name WHOLEGARMENT darf nur für Produkte verwendet werden, die auf Shima-Seiki-Maschinen gestrickt wurden.
  • Der deutsche Hersteller Stoll verwendet für dieselbe Produktfamilie den Begriff Knit and Wear und spricht allgemeiner von 3D-Stricktechnik.
  • 3D-Stricktechnik ist der neutrale, beschreibende Begriff für nahtlos in drei Dimensionen gestrickte Kleidung, unabhängig von der Maschinenmarke.
  • Für den Träger zählt vor allem das Ergebnis: keine Seitennähte, eine stabile Form und wenig Restmaterial.

Wer sich mit nahtlosen Pullovern beschäftigt, stößt schnell auf drei Begriffe, die häufig durcheinandergeworfen werden: Whole-Garment, Knit and Wear und 3D-Stricktechnik. Auf den ersten Blick beschreiben sie dasselbe. Dennoch gibt es einen wichtigen Unterschied. Das eine ist ein eingetragener Markenname, das andere ein neutraler Technikbegriff. Dieser Artikel erklärt, woher die Begriffe stammen, warum Whole-Garment nicht einfach auf jedem nahtlosen Pullover stehen darf, und was 3D-Stricktechnik genau bedeutet. So weißt du danach nicht nur, wie ein nahtloser Pullover hergestellt wird, sondern auch, warum der gewählte Begriff eine Rolle spielt.

Was ist nahtloses Stricken eigentlich?

Bei traditionell gestrickter Kleidung werden einzelne Teile gestrickt, ausgeschnitten und anschließend zusammengenäht. Vorder- und Rückenteil, Ärmel, Kragen: Alles wird separat hergestellt und danach zusammengefügt. Beim nahtlosen Stricken geschieht das nicht. Der Pullover wird in einem Stück gestrickt, dreidimensional, direkt in der Maschine. Heraus kommt ein komplettes Kleidungsstück, ohne Seitennähte und ohne nachträgliche Montage.

Dieser Unterschied ist mehr als ein technisches Detail. Nähte sind die Stellen, an denen ein Pullover scheuert, ausleiert oder sich verzieht. Wer sie weglässt, erhält ein Kleidungsstück, das seine Form besser hält und sich ruhiger auf der Haut anfühlt. Warum das Fehlen von Nähten so viel für den Tragekomfort ausmacht, ist eine eigene Geschichte; wir haben zuvor beschrieben, warum keine Nähte für mehr Tragekomfort sorgen.

Technisch geschieht das auf einer Flachstrickmaschine mit zwei gegenüberliegenden Nadelbetten. Durch die intelligente Ansteuerung der Nadeln auf beiden Betten entstehen röhrenförmige Teile, die während des Strickens bereits miteinander verbunden sind. So baut die Maschine Schicht für Schicht ein komplettes Kleidungsstück auf, inklusive Ärmel und Kragen, ohne dass nachträglich etwas zusammengefügt werden muss. Es handelt sich im Grunde um dreidimensionales Stricken statt flaches Stricken mit anschließendem Nähen.

Woher der Begriff Whole-Garment stammt

WHOLEGARMENT klingt wie eine Gattungsbezeichnung für nahtlose Kleidung, ist es aber nicht. Es ist ein Markenname. Der Begriff wurde von Shima Seiki geprägt, das die erste Maschine für nahtlos in drei Dimensionen gestrickte Kleidung auf den Markt brachte. Das geschah 1995 im japanischen Wakayama. Die Maschine und die daraus entstehende Kleidung erhielten den Namen WHOLEGARMENT, der anschließend als Marke eingetragen wurde.

Wichtiges Detail: Dieser Name ist geschützt. Das WHOLEGARMENT-Label und der Markenname sind Produkten vorbehalten, die auf WHOLEGARMENT-Maschinen von Shima Seiki gestrickt wurden, bis hin zu den Zulieferern. Ein Pullover, der auf einer anderen Maschine hergestellt wurde, darf den Begriff also formell nicht tragen, so nahtlos er auch sein mag. Wer Whole-Garment als allgemeines Wort für nahtloses Stricken verwendet, benutzt eigentlich einen Markennamen so, wie manche Windeln „Pampers“ nennen.

Knit and Wear und 3D-Stricktechnik: der deutsche Weg

Shima Seiki ist nicht der Einzige, der nahtlos strickt. Der andere große Name kommt aus Deutschland: der renommierte deutsche Strickmaschinenhersteller Stoll, seit 2020 Teil der Karl-Mayer-Gruppe. Stoll baut Flachstrickmaschinen in Reutlingen und hat eine lange Tradition in diesem Handwerk.

Für seine nahtlosen, in einem Stück gestrickten Artikel verwendet Stoll nicht den Begriff Whole-Garment, sondern die eigene Bezeichnung Knit and Wear. Daneben sprechen Stoll und Karl Mayer von 3D-Stricken oder 3D-Stricktechnik, als übergreifende Beschreibung für Kleidung, die dreidimensional und komplett aus der Maschine kommt. Das ist kein Marketingtrick, sondern schlicht die Terminologie, die zu diesen Maschinen gehört. Das Ergebnis ist vergleichbar mit dem von Shima Seiki: eine nahtlose, 3D-gestrickte Produktion, bei der kaum Restmaterial übrig bleibt, weil nichts ausgeschnitten wird.

Warum der Begriff eine Rolle spielt

Hier laufen die Fäden zusammen. Whole-Garment, Knit and Wear und 3D-Stricktechnik beschreiben größtenteils dasselbe Endergebnis, sind aber nicht austauschbar. Whole-Garment ist an eine Marke und eine Maschine gebunden. Knit and Wear gehört zu Stoll. 3D-Stricktechnik ist der neutrale, beschreibende Begriff, den du unabhängig davon verwenden darfst, auf welcher Maschine gestrickt wird.

Das erklärt, warum eine Marke, die auf einer Stoll-Maschine strickt, nicht von Whole-Garment spricht, sondern von nahtlos gestrickt oder 3D-Stricktechnik. Es ist keine Frage der Vorliebe, sondern der Richtigkeit. Die Verwirrung entsteht dadurch, dass Whole-Garment als Erstes bekannt wurde und dadurch im Sprachgebrauch als Gattungsbezeichnung fungiert, obwohl es das rechtlich nicht ist.

Begriff Typ Herkunft Maschine
WHOLEGARMENT Eingetragener Markenname Shima Seiki (Japan) Shima-Seiki-Maschinen
Knit and Wear Markengebundener Produktbegriff Stoll (Deutschland) Stoll-Maschinen
3D-Stricktechnik / 3D-Stricken Neutraler, beschreibender Begriff Generisch Verschiedene Hersteller
Nahtlos gestrickt Allgemeiner deutscher Begriff Generisch Verschiedene Hersteller

Was es für den Pullover selbst bedeutet

Für die meisten Träger ist der Markenname im Hintergrund weniger relevant als das, was die Technik bringt. Und das ist konkret. Ein nahtlos gestrickter Pullover hat keine Seitennähte, es gibt also keinen Wulst, der an der Seite scheuert. Die Form ist fest eingestrickt statt genäht, wodurch sich das Kleidungsstück weniger schnell verformt. Da nichts ausgeschnitten wird, bleibt wenig Restmaterial übrig, was die Methode sparsamer mit Garn macht als traditionelle Konfektion.

Warum nahtloses Stricken speziell bleibt

Wenn nahtloses Stricken so viele Vorteile hat, warum wird dann nicht jeder Pullover so hergestellt? Die Antwort liegt in den Maschinen und dem Know-how. Eine Flachstrickmaschine, die komplette Kleidungsstücke in einem Stück strickt, ist komplex, teuer und erfordert erfahrene Programmierer, die das Strickwerk bis ins Detail vorbereiten. Diese Kombination aus fortschrittlicher Ausrüstung und Handwerkskunst ist nicht überall vorhanden. Das erklärt, warum nahtlose Kleidung trotz jahrzehntelangem technischem Fortschritt eine Nische geblieben ist und nicht die Norm. Für eine Marke ist es eine bewusste Entscheidung mit Investitionen im Vorfeld, keine Standardoption, die man einfach einschaltet.

Die Rolle der Faser

Eine nahtlose Konstruktion sagt noch nichts über das Garn aus. In der Praxis wird nahtloses Stricken oft mit Merinowolle kombiniert, und das hat einen Grund. Merino ist eine feine Faser. Der Faserdurchmesser von Merino, gemessen in Mikron, liegt so niedrig, dass sich die Faser auf der Haut mitbiegt, statt zu kratzen. Feine Fasern unter etwa 19,5 Mikron gelten als geeignet für Kleidung direkt auf der Haut.

Dazu kommt die Temperaturregulierung. Untersuchungen zur Thermoregulation von Merinowolle zeigen, dass die Faser Feuchtigkeit aufnimmt und das Mikroklima zwischen Kleidung und Haut stabiler hält als viele andere Materialien. In Kombination mit der von Natur aus geruchshemmenden Eigenschaft von Wolle bedeutet das: länger frisch, seltener waschen. Wer tiefer in die Faser eintauchen möchte, findet mehr in unserer Übersicht der Eigenschaften von Merinowolle.

Diese Eigenschaften machen Merino besonders geeignet, um direkt auf der Haut getragen zu werden, ohne Shirt darunter. Die Faser ist zudem elastisch und federt in ihre Form zurück, was gut mit der Formstabilität einer nahtlosen Konstruktion harmoniert. Technik und Material verstärken sich hier gegenseitig: Die Konstruktion hält die Form, die Faser sorgt für Komfort und Temperaturregulierung. Ein nahtloser Pullover aus einer groben, kratzigen Wolle würde den Punkt verfehlen; gerade die Kombination zählt.

Häufige Missverständnisse

Ein paar hartnäckige Annahmen, kurz richtiggestellt.

Whole-Garment ist eine Technik. Nicht ganz. Es ist ein Markenname für eine bestimmte Ausführung des nahtlosen Strickens. Die Technik selbst heißt neutraler nahtlos oder 3D-Stricken.

Nahtlos ist weniger stabil. Das Gegenteil ist oft der Fall. Nähte sind gerade Schwachstellen. Ohne Nähte verteilt sich die Spannung gleichmäßiger über das Kleidungsstück.

Alle nahtlosen Kleidungsstücke kommen von derselben Maschine. Nein. Shima Seiki und Stoll sind zwei unterschiedliche Hersteller, aus Japan und Deutschland, mit eigenen Systemen und eigenen Begriffen.

Häufig gestellte Fragen

Ist 3D-Stricktechnik dasselbe wie Whole-Garment?

Das Endergebnis ist vergleichbar: ein nahtloses, in einem Stück gestricktes Kleidungsstück. Der Unterschied liegt im Begriff. Whole-Garment ist ein Markenname von Shima Seiki, während 3D-Stricktechnik eine neutrale, beschreibende Bezeichnung ist, die unabhängig von der Maschinenmarke ist.

Warum darf nicht jeder nahtlose Pullover Whole-Garment heißen?

Weil WHOLEGARMENT ein eingetragener Markenname ist, der Produkten vorbehalten ist, die auf Shima-Seiki-Maschinen gestrickt wurden. Ein nahtloser Pullover von einer anderen Maschine darf den Begriff formell nicht tragen, auch wenn er genauso nahtlos ist.

Sind nahtlose Pullover weniger stabil als genähte?

Meistens nicht. Nähte sind oft die erste Stelle, an der Verschleiß oder Verformung auftritt. Da ein nahtloser Pullover in einem Stück gestrickt ist, verteilt sich die Spannung gleichmäßiger und das Kleidungsstück hält seine Form besser.

Auf welcher Art von Maschine wird ein nahtloser Pullover gestrickt?

Auf einer fortschrittlichen Flachstrickmaschine. Die beiden bekanntesten Hersteller sind Shima Seiki aus Japan und Stoll aus Deutschland. Beide bauen Maschinen, die ein komplettes Kleidungsstück dreidimensional und ohne Nähte stricken können.

Über Meedin

Meedin strickt Merinowoll-Pullover für Männer im eigenen Atelier in Staphorst, mit Textilwurzeln, die bis in die 1950er-Jahre zurückreichen. Das Stricken erfolgt auf einer deutschen Stoll-Maschine, mit der jeder Pullover nahtlos und in einem Stück entsteht. Deshalb spricht Meedin bewusst von 3D-Stricktechnik und nicht von Whole-Garment: Es ist der richtige, neutrale Begriff für diese Art des Strickens. Entdecke die nahtlos gestrickten Merinowoll-Pullover für das Ergebnis.

Herangezogene Quellen: Shima Seiki (WHOLEGARMENT), Knitting Industry, Knitting Trade Journal und The Woolmark Company.